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DIGITALE MASTERPIECES

Digitales Masterpiece - Das Adventsrätsel bei Computer und Kommunikation - RÄTSEL 3 - Mehrfrequenzwahl

Eine Telefeonnummer hat ihren ganz eigenen Klang - dann nämlich, wenn Sie per MFV gewählt wird. Denn beim Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV in Deutschland, DTMF Dual Tone Multi Frequency international) wird immer dafür gesorgt, dass zwei zueinander disharmonische Töne eine bestimmte Ziffer repäsentieren. Disharmonisch mussten die Töne sein, damit nicht durch sprechen oder singen am Telefon versehentlich gewählt wurde. 

 

 1209 Hz1336 Hz1477 Hz1633 Hz
697 Hz123A
770 Hz456B
852 Hz789C
941 Hz*0#D

 

Die Telefoningenieure haben sich dazu eine vier mal vier Tonmatrix einfallen lassen, mit der 0-9, A-D, * und # dargestellt werden konnten. Die Ziffer 8 z.B. besteht aus zwei Sinus-Tönen mit den Frequenzen 852 Hz. und 1336 Hz. Die Buchstaben A-D kommen nur auf sehr wenigen Sondertastaturen vor, die in Telefonanlegen für spezielle Zwecke (z.B. für Börsenmakler) mit Extrafunktionen nützlich waren.

So hört sich unserer kostenfreie Hörertelefonnummer 008004464446 als MFV-Tonfolge an:

Audio --> MP3 der Hörertelefon-Nummer als MFV/DTMF

Erfunden hat die Tonwahl ein amerikanisches Unternehmen in den 1960er Jahren und von Bell Systems wurde es unter dem Markennamen Touchtone im amerikanischen Telefonsystem eingeführt. In Deutschland erfolgte die Einführung erst in den achtziger Jahren mit dem Beginn der Digitalisierung des Telefonsystems.

Standard-Tastentelefon Foto: By Porsche 997 Carrera (Own work) CC-BY-SA-3.0 or GFDL, via Wikimedia Commons

Im Bereich von privaten Telefonanlagen wurden zur Ablösung des Impulswahlverfahrens (IWV) und der Wählscheiben auch noch andere Übermittlungsverfahren für die Wahlinformation wie zum Beispiel die Dioden-Erdwahl eingeführt. Sie konnten sich aber gegen die MFV nicht durchsetzen. Das Bild oben zeigt einen geöffneten Standard-Telefonapparat, wie er in Deutschland in den 1980er Jahren von verschiedenen Firmen hergestellt wurde. Den Tastenblock gab es - je nach Sytem der Telefonanlage - in IWV- (Impulswahl), DEV- (Dioden-Erdwahl) oder MFV-Technik.

 

Lioba Nägele mit Tastentelefon - Bild: Maximilian SchönherrSchon bald nach Einführung der MFV-Technik im weltweiten Telefonnetz entstand auch eine besondere Form des Hackings - nämlich das Phreaking. So wurden Telefon-Hacker genannt, die durch die Simulation von Systemtönen die Gebührenerfassung abschalten oder Rufnummern manipulieren konnten. So wurde etwa in einigen amerikanischen bzw. japanischen Telefonsystemen ein 2.600 Hz-Ton für die Signalisierung von weitergeleiteten Gesprächen benutzt. Diese Signalisierung wurde mit dem BlueBoxing maipuliert. Besonders bekannt wurde der Telefonhacker John T. Draper alias Captain Crunch, der laut Wikipedia für die Erzeugung des 2.600 Hz-Tones eine Spielzeugpfeife aus einer Tüte Frühstücksflocken "Cap'n Crunch" benutzte.

Audio --> MP3 der Auflösung

Im Radio hat übrigens Lioba Nägele, Kunsthistorikerin im Museum für Kommunikation in Frankfurt/Main das Rätsel über die Mehrfrequenzwahl erzählt. Ihre Auflösung ist sehr hörenswert.

 

Nächsten Samstag geht es hier weiter mit dem digitalen ›Masterpiece‹



Frage 20 : Wäre unser Masterpiece kein Verfahren, sondern ein Gegenstand zum Anfassen,
  1. könnte man damit Datenbanken hacken.
  2. Alles Quatsch! Ein Verfahren ist ein Verfahren.
    right

Frage 19 : Von den drei Abkürzungsbuchstaben unserer gesuchten Technik bedeuten das M und das V
  1. Datenabriss und -verlust
  2. Mehr und Verfahren
    right

Frage 18 : Unsere Technik wird meistens abgekürzt. Ausgeschrieben kommt die Buchstabenfolge vor:
  1. ER*1
  2. ahlverfah
    right

Frage 17 : Das Blue Boxing hatte etwas zu tun mit
  1. Pfeifen.
    right
  2. Verpacken.

Frage 16 : Und diese Hacker haben sich deshalb damit beschäftigt, weil
  1. die Leistung des System in die Höhe ging
  2. der Gebührenzahler abgeschaltet werden konnte
    right

Frage 15 : Die Hacker, die sich unser Ding genauer angesehen haben hießen
  1. Phreaker
    right
  2. Phonker

Frage 14 : Von den zwölf verbliebenen Möglichkeiten sind zwei anderes als die Anderen, weil
  1. es die Sonderzeichen * und # sind
    right
  2. sie zweistellig sind

Frage 13 : Vier der Möglichkeiten sind - wie auf unserem Bild - fast in der Versenkung verschwunden, weil
  1. es Buchstaben statt Zahlen waren
  2. sie nur in speziellen Systemen benötigt wurden
    right

Frage 12 : Viele Menschen waren froh, als die Bundespost unser Ding endlich einführte, weil
  1. sie damit auch ihren AB fernsteuern konnten
    right
  2. Die Telefonklingel nicht mehr so schrill war

Frage 11 : Im Vergleich zur Vorgängertechnologie ist es im Amt
  1. lauter. Wegen der Musik.
  2. leiser. Die Auswertung ist vollelektronisch.
    right

Frage 10 : Acht Töne sind am Werk. Das Ergebnis sind
  1. acht verschiedene Möglichkeiten
  2. 12 oder 16 verschiedene Möglichkeiten
    right

Frage 9 : Kinder kommen mit Omas Telefon nicht zurecht, weil sie
  1. es umdrehen und den Stecker abreißen.
  2. auf die Wählscheibe tippen. Sinnlos!
    right

Frage 8 : Wenn jemand wählte,
  1. rubbelte er
  2. drehte er
    right

Frage 7 : Wenn jemand wählt
  1. entscheidet er
    right
  2. schwimmt er mit Walen

Frage 6 : Beim Lotto heißt es 6 aus 49. Hier heißt es
  1. 3 aus 10
  2. 2 mal 1 aus 4
    right

Frage 5 : Ja, unser Masterpiece hat mit dem Hören zu tun. Aber auch mit etwas Haptischem. Ist das
  1. ein Tippen?
    right
  2. ein Seelenzustand?

Frage 4 : Wenn Ingenieure über Frequenzen nachdenken,
  1. kann das praktisches aber unharmonisch sein.
    right
  2. dann aber nur im nicht hörbaren Bereich.

Frage 3 : Das ist wichtig, weil
  1. die Stimme genau analysiert werden muss
  2. quatschen ok ist, aber nicht stören soll
    right

Frage 2 : Die menschliche Stimme erzeugt keine disharmonische Töne. Das ist
  1. für unser Ding unerheblich
  2. eine wichtige Voraussetzung
    right

Frage 1 : Wenn eine neue Technik eingeführt wird, dann meist um
  1. Geld zu verdienen.
    right
  2. die Welt zu verbessern.

 
 
szmtag
 

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